Schweizer Chemie- und Pharmabetriebe finden keinen Nachwuchs

Die Unternehmen der Pharma- und Chemie-Branche haben zunehmend Probleme, Nachwuchs zu finden. Die Bewerberzahlen gehen zurück, weil immer mehr Schüler einen Universitäts-Abschluss anstreben und deshalb das Gymnasium besuchen. Mittlerweile sprechen Marktbeobachter schon vom „Kampf um Talente“. Die Pharma- und Chemie-Branche...

Die Unternehmen der Pharma- und Chemie-Branche haben zunehmend Probleme, Nachwuchs zu finden. Die Bewerberzahlen gehen zurück, weil immer mehr Schüler einen Universitäts-Abschluss anstreben und deshalb das Gymnasium besuchen. Mittlerweile sprechen Marktbeobachter schon vom „Kampf um Talente“. Die Pharma- und Chemie-Branche wetteifert mit anderen Branchen, beispielsweise der Metall- und der Elektroindustrie, um geeignete Bewerber.

Der Begriff „geeignet“ ist dabei besonders hervorzuheben. Die Unternehmen haben nämlich nicht nur das Problem, dass sie zu wenige Bewerber haben. Sie haben darüber hinaus auch nicht genügend Bewerber, die für die anspruchsvollen Ausbildungsgänge geeignet sind. Tatsache ist nämlich, dass sich die Berufsbilder in den letzten Jahren massiv verändert haben. So muss ein Arbeiter heute in der Lage sein, Anlagen über Computer-Terminals zu bedienen. Das erfordert ein hohes Maß an Wissen sowie natürlich die Fähigkeit, sich dieses Wissen überhaupt aneignen zu können.

Wobei sich natürlich nicht nur Lehrlinge mit der neuesten Technik vertraut machen müssen. Auch erfahrene Facharbeiter müssen sich kontinuierlich weiterbilden, weil die Anforderungen, die heute an ihre Arbeit gestellt werden, viel höher sind als zu der Zeit, zu der sie ihre Lehre absolvierten. So ergab eine Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, dass viele Unternehmen ihre Digitalisierung nicht vorantreiben können, weil ihre Mitarbeiter mit der neuen Technik überfordert wären. Daher gibt es jetzt Überlegungen, die sogar über Schulungen und Weiterbildungs-Maßnahmen hinausreichen: Ein zweiter Berufsabschluss soll her. Nur eine solch weitreichende Maßnahme sei ausreichend, um die Mitarbeiter wirklich auf ihre neuen Aufgaben vorzubereiten, sind sich viele Experten einig.

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