Regulierung blockiert Kredite für den Mittelstand

Mittelständische Betriebe klagen über eine zu strikte Regulierung bei der Kreditvergabe / Verschärfte Regularien

Eine steigende Zahl von mittelständischen Unternehmen hat Probleme, einen Bankkredit zu bekommen. Das hat eine Studie der Universität Darmstadt ergeben, für die 200 Finanzentscheider von mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungs-Unternehmen befragt wurden. Danach hat rund die Hälfte aller Mittelständler Probleme, die von ihm gewünschten Kredite zu erhalten.

Der Hauptgrund, warum die Geldhäuser bei der Kreditvergabe immer strengere Maßstäbe ansetzen, sind die verschärften Regularien, die nach der Finanzkrise in Kraft traten. In vielerlei Hinsicht sind diese Regularien zu begrüßen. Aber sie haben eben auch einen äußerst nachteiligen Effekt. Ein Großteil der Unternehmen ist nämlich darauf angewiesen, seine Geschäfte vorzufinanzieren. Und da kommt es zu einer paradoxen Situation. Weil die Wirtschaft boomt, erhalten die Firmen mehr Aufträge. Und weil sie mehr Aufträge erhalten, benötigen sie höhere Kredite.

Banken prüfen genauer

Aber die Nachfrage nach höheren Krediten erhöht bei den Banken die Vorsicht. Sie prüfen die Kreditwürdigkeit des Antragsstellers umso genauer. Der muss warten – und kann womöglich einen Teil seiner Aufträge nicht erfüllen. Ein Dilemma, mit dem sich mehr und mehr Mittelständler konfrontiert sehen. Viele sehen sich in dieser Situation gezwungen, auf ihren Kontokorrentkredit zurückzugreifen, ihn teilweise vollständig auszureizen. Doch das führt zu erheblichen Mehrkosten bei den Zinsen.

Zwar finanzieren immer noch 93 Prozent der Mittelständler ihren Betriebsmittelbedarf mindestens zur Hälfte über einen klassischen Bankkredit. Mittlerweile gehen jedoch mehr und mehr dazu über, sich anderweitig Geld zu beschaffen, teilweise durch Crowd-Finanzierung, teilweise durch Online-Kredite. Es ist zu erwarten, dass alternative Finanzierungsformen in Zukunft noch stärker zunehmen werden.  

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