Lehrlinge sammeln zunehmend Auslandserfahrung

Deutsche Lehrlinge zieht es verstärkt ins Ausland / Viele von ihnen lernen in mittelständischen Betrieben

 

 

Immer mehr Lehrlinge und Berufsfachschüler verbringen während ihrer Ausbildung einen Aufenthalt im Ausland. Das geht aus der Studie „Auslandsaufenthalte in der Berufsausbildung 2017“ hervor, welche die „Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung“ durchgeführt hat. Insgesamt waren es 31.000 Lehrlinge und Berufsfachschüler, die 2017 einen Lernaufenthalt im Ausland absolvierten. Das entspricht einem Anteil von 5,3 Prozent. Der Bundestag hat sich zum Ziel gesetzt, diese Zahl bis zum Jahr 2020 auf zehn Prozent zu erhöhen.

Stärkung persönlicher Kompetenzen

Überraschend viele der jungen Auslandsreisenden sind Azubis, die ihre Lehre in einem mittelständischen Unternehmen absolvieren: Ihr Anteil beträgt 63 Prozent – es sind also nicht nur die Großunternehmen, die ihre Azubis ins Ausland schicken, im Gegenteil. Sowohl die Azubis selber als auch die Ausbildungs-Unternehmen sowie die Berufsschulen beurteilten den Aufenthalt ausgesprochen positiv. Nach Angaben der Ausbildungsstätten sowie der Schulen werden besonders persönliche Kompetenzen wie Motivation und Verantwortungsbereitschaft durch den Auslandsaufenthalt gestärkt. Aber auch die beruflichen sowie selbstverständlich die sprachlichen Fertigkeiten erfuhren durch den Aufenthalt eine spürbare Verbesserung.

Der überwiegende Teil der jungen Leute ging in ein EU-Land – die Aufenthalte außerhalb der EU summieren sich gerade einmal auf zwölf Prozent. Weil viele wichtige Märkte der deutschen Wirtschaft außerhalb der EU liegen, stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im neuen Haushalt zusätzliche Mittel für weltweite Auslandsaufenthalte im Rahmen der beruflichen Bildung zur Verfügung.Für Mittelständler stellt die Möglichkeit, ihren Azubis einen Aufenthalt im Ausland anbieten zu können, ein großartiges Marketinginstrument dar. Ein Instrument, das – angesichts der sich stetig verringernden Bewerberzahlen – unbedingt genutzt werden sollte.

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