Innovationskultur in Deutschland schwach ausgeprägt

In Deutschland mangelt es an innovationsfreundlichem Arbeitsumfeld / Land droht Anschluss zu verlieren

Beschäftigte in Deutschland stellen ihren Unternehmen in Sachen Innovationskultur nur ein mäßiges Zeugnis aus. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben, für die das renommierte britische Meinungsforschungsinstitut „YouGov“ im Auftrag des Automobil-Zulieferers Continental 4500 Beschäftigte in Deutschland, Japan, China und den USA befragte.

Danach mangelt es in der Bundesrepublik in mehr als zwei Drittel der Unternehmen an einem innovationsfördernden Arbeitsumfeld. Nur 30 Prozent der deutschen Mitarbeiter sagen, ihr Unternehmen würden ein Umfeld bieten, das innovationsfördernd sei. Schlechter beurteilten nur die Japaner ihre Betriebe (21 Prozent), während die Amerikaner (45 Prozent) und Chinesen (54 Prozent) ihre Arbeitgeber deutlich positiver bewerteten.

Überraschend war das Ergebnis der Frage nach dem Interesse an neuen Technologien. Gerade mal ein Drittel der Deutschen (32 Prozent) interessieren sich für neue Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Collaboration Tools. In den USA (30 Prozent) sowie Japan (28 Prozent) ist das Interesse allerdings noch schwächer ausgeprägt. Spitzenreiter ist China, wo 63 Prozent der Beschäftigten die neuen Technologien faszinierend finden.

Die Personal-Chefin von Continental, Ariane Reinhart, nannte die Befragungsergebnisse „besorgniserregend“. Ohne eine starke Innovationskultur drohten deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich den Anschluss zu verlieren. Um ihren langfristigen Erfolg zu sichern, müssten die Unternehmen eine Kultur schaffen, „bei der Mitarbeiter nicht nur bereit sind, sich auf Wandel einzulassen, sondern ihn aktiv vorantreiben wollen“.

Die grundsätzliche Bereitschaft dazu scheint bei deutschen Beschäftigten vorhanden zu sein. Zwei Drittel (68 Prozent) glauben, dass auch die Mitarbeiter – nicht nur Führungskräfte und Unternehmensleitung – Innovationen vorantreiben sollten. Damit liegen die Deutschen zwar klar hinter den USA (82 Prozent) aber knapp vor Japan (64 Prozent) und China (60 Prozent).  

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