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Mittelstand: Zinsen für Kredite auf historischem Tiefstand

Starke Zunahme bei den Unternehmenskrediten / Höchster Anstieg seit 2009

Österreichs KMUs profitieren weiterhin stark vom günstigen Zinsniveau. Mittlerweile liegen die Zahlen von 2017 vor, von denen Marktexperten annehmen, dass sie sich dieses Jahr nicht grundlegend ändern werden.

Die Zinssätze erreichten letztes Jahr historische Tiefstände. So zahlten KMUs für Kredite von bis zu 250.000 Euro lediglich durchschnittlich 1,89 Prozent Zinsen (günstiger waren die Werte im Euroraum nur in Belgien mit 1,69 Prozent sowie in Frankreich mit 1,87 Prozent). Für Kredite von über einer Million Euro betrug der Zinssatz lediglich 1,46 Prozent (also leicht über dem Euroraum-Durschnitt von 1,36 Prozent).

Die Zahl der Kredite stieg in so gut wie allen Branchen. Eindeutig am stärksten war die Zunahme im Bereich der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft (31 Prozent). An zweiter Stelle folgt die Bauwirtschaft mit 16 Prozent, gefolgt von der Warenproduktion mit 11 Prozent.

Die starke Zunahme bei den Unternehmenskrediten hängt zu einem großen Teil mit der größeren Binnennachfrage zusammen. Es wird wieder mehr konsumiert – und zwar kräftig. Dementsprechend stiegen die Konsumkredite, und zwar um 2,5 Prozent. Noch höher fiel das Wachstum bei den Wohnbaukrediten aus. Hier betrug es 4,7 Prozent. Dass die Privatverbraucher wieder mehr Kredite aufnehmen, ist auch ein direktes Ergebnis der niedrigen Hypothekar-Zinsen (4,69 Prozent) sowie der Zinsen für Wohnbaukredite (1,85 Prozent).

Insgesamt vergaben die österreichischen Banken 2017 Unternehmenskredite in Höhe von 143 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerungsrate von 4,8 Prozent und bedeutet den höchsten Anstieg seit 2009.  Die Kredite an private Haushalte stiegen um 3,5 Prozent auf 156 Milliarden Euro.

Die Auslandsfinanzierungen der österreichischen Unternehmen fielen relativ gering aus. Insgesamt nahmen sie 15 Milliarden Euro im Ausland auf, davon 11 Milliarden in Deutschland.

 

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