Schweiz baut Vorherrschaft bei Cloud-Technologie aus

Schweiz baut starke Position bei Cloud-Technologie in Europa deutlich aus /Neues Hochleistungs-Datacenter

Der Rechenzentrumsanbieter Green Datacenter baut am Standort Lupfig ein neues Hochleistungs-Datacenter. Die Nachfrage nach Datacenter-Kapazitäten, insbesondere von internationalen Kunden, sei so gross, dass das Bauprojekt zügig vorangetrieben werde, erklärt Franz Grüter, VR-Präsident von Green. Die Grundsteinlegung erfolgte am 14. September 2018. 

Das neue Datacenter entsteht auf dem Campus in Lupfig, welcher bereits zwei Rechenzentren mit insgesamt 16.280 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sowie ein Bürogebäude mit 300 Arbeitsplätzen umfasst. Auf der vorhandenen Landreserve entsteht nun der nächste Neubau, allerdings in weit größerer Dimension als die bisherigen Rechenzentren. Grund dafür sind die Ausbaupläne der Hyperscaler, der grossen internationalen Cloud-Anbieter mit riesigen Serverfarmen rund um den Globus. Einige dieser Internetgiganten setzen derzeit ihre Cloud-Angebote für die Schweiz auf oder prüfen diesen Schritt. Ihre Cloud-Infrastrukturen errichten sie in kommerziellen Rechenzentren wie jenem von Green. Denn der Bau eigener Rechenzentren ist für sie in einem geschlossenen Markt mit eigenen regulatorischen Besonderheiten zu kostspielig und zeitraubend. Durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Cloud-Services stossen die Anbieter zudem an ihre Grenzen, Rechenzentren in allen Regionen selbst aufzubauen. 

Zürich-West 3, wie das neue Green Rechenzentrum heisst, ist das erste Hochleistungsrechenzentrum der Schweiz, das eigens für Hyperscaler entwickelt wurde. Dank der hohen Leistungsdichte von bis zu 25 Kilowatt pro Rack kann auf derselben Fläche dreieinhalb Mal mehr Leistung erzielt werden als bei derzeit in der Schweiz üblichen Installationen.

Insbesondere Hyperscaler nutzen diese Form der Verdichtung, um auf geringer Stellfläche möglichst viel Hardware zu betreiben. Um Aufbau und Unterhalt der umfangreichen Infrastruktur zu vereinfachen, wird denn auch die Anlieferung ausgebaut: In Zukunft sollen gleich zwei 40-Tonnen-Lastwagen gleichzeitig IT-Equipment ins Gebäude liefern können. 

Die hohe elektrische Leistung stellt die Datacenter-Betreiber jedoch vor Herausforderungen. Denn mehr Leistung bedeutet auch mehr Abwärme in den Serverräumen, die gekühlt werden müssen. Green investiert 70 Millionen Franken in das Vorzeigeprojekt und verspricht nicht nur modernste Technologie, sondern auch Energieeffizienz. „Wir werden das neue High-Density-Rechenzentrum mit derselben Energieeffizienz betreiben können wie bisherige Installationen und einen PUE-Wert von 1,19 erzielen“, sagt Reto Meier, leitender Datacenter-Architekt bei Green. Möglich machen dies die Gebäudearchitektur, ein neues Kühlkonzept und leistungsfähige Free-Cooling-Anlagen. 

Zusätzlich zur reinen Datacenter-Fläche stehen in Lupfig auch modernste Büroräume, Lagerflächen, Verpflegungszonen und Meetingräume zur Verfügung. Damit bietet Green der internationalen Kundschaft alle Annehmlichkeiten, die deren Mitarbeiter gewohnt sind. 

Mit einer mehrstufigen Überwachung rund um die Uhr und redundanter Strom- und Glasfasernetzversorgung sowie Kühlung wird auch das neue Rechenzentrum alle wichtigen Industriestandards bestens erfüllen. Davon werden selbstverständlich auch Schweizer Kunden profitieren können: Ihnen wird Green einzelne Racks oder eingezäunte Datacenter-Flächen offerieren, auf Wunsch auch mit Anbindung an die Dienste der Hyperscaler als Erweiterung zur Kundeninfrastruktur. 

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