Schweizer KMU bauen Schulden-Stände ab

Schweiz weisst solide Kapitalstrukturen auf/ Weltweit hohe Neuverschuldung

Schweizer Unternehmer widerstehen trotz günstigem Geld der Versuchung, sich höher zu verschulden. Viele nutzen zwar angesichts der immer noch historisch tiefen Zinsen günstigere Refinanzierungsmöglichkeiten oder längere Laufzeiten, vermeiden aber trotz dem günstigen Zinsumfeld höhere Schuldenberge.

Zu diesem Schluss kommt das kürzlich veröffentlichte Kredithandbuch Schweiz der Credit Suisse. Die darin untersuchten Emittenten von Krediten seien insgesamt in robuster Verfassung, so das Fazit. Denn ein Anstieg bei der Verschuldung von Schweizer Firmen sei kaum festzustellen. Vor allem die Verschuldungspraxis von KMU sei weiterhin konservativ geprägt. Das Kredithandbuch Schweiz untersucht die Kreditwürdigkeit der größten Schweizer Anleihen-Emittenten und der wichtigsten Akteure am Schweizer-Franken-Kapitalmarkt.

Besonders solide Kapitalstrukturen weise zudem das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft in Form der KMU auf. „Mit der Wahrung grundsolider Kapitalstrukturen machen die Schweizer KMU ihrem Ruf erneut alle Ehre“, so der Befund. Somit müssten sich Käufer von Anleihen in der Schweiz weniger Sorgen machen als in anderen Industrieländern.

Mit Blick auf die weltweite Verschuldung zeige sich aber ein anderes Bild. Die globale Schuldenquote habe weiter zugenommen, was unter anderem der anhaltenden Niedrigzinsphase zuzuschreiben sei. Viele Unternehmen häufen aber auch noch höhere Schulden an, um auf Druck der Aktionäre mit Fremdkapital großzügige Dividenden auszuschütten oder Fusionen und Übernahmen zu stemmen, so die CS-Experten weiter.

Konkret stiegen die Unternehmensanleihen laut der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) im letzten Jahr um 9 Prozent auf knapp 20 Billionen Dollar. Dabei gelten über ein Drittel der Firmen als hochverschuldet, ein Plus von 5 Prozentpunkten gegenüber 2007. Dies allein sei zwar noch nicht beunruhigend, da sich zeitgleich auch die Rentabilität im Allgemeinen verbessere sowie die Schuldendienstfähigkeit bestehen bleibe. Eine Erhöhung der Zinsen berge aber „erhebliche Risiken“.

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