Logistik-Unternehmen langsam bei Digitalisierung

Unternehmenskultur als Problem / Wenig Fachkompetenz

Die Logistik-Branche ist dabei, bei der Digitalisierung den Anschluss zu verpassen. Das hat eine Umfrage der „Bundesvereinigung Logistik“ (BVL) gezeigt, deren Ergebnis wahrhaft ernüchternd ist: Mehr als vier von fünf Unternehmen (genau sind es 81 Prozent) haben digitale Prozesse kaum oder nur teilweise in ihren Arbeitsalltag integriert.

Immerhin glaubt die Mehrheit dieser 81 Prozent, dass ein Mehr an Digitalisierung notwendig ist (lediglich 11 Prozent sind der Meinung, dass Digitalisierung ihnen nichts bringen würde). Ein Grund, die Digitalisierung nicht in Angriff zu nehmen, ist der Umstand, dass die dafür geeigneten Leute fehlen, wie mehr als ein Drittel der befragten Firmen angeben. Diese Firmen müssen in Zukunft mehr tun, um die benötigten Fachkräfte zu bekommen. Gerade IT-Fachleute sind an flache Hierarchien, Zielarbeit und Arbeiten im Team gewöhnt. Logistik-Unternehmen müssen ein solches Arbeitsumfeld bieten – sonst laufen sie Gefahr, dass die Bewerber sich für andere Branchen entscheiden.

Mangelhafte Digitalisierung ist aber in vielen Fällen auch das Ergebnis einer Kombination aus Zukunftsangst und Sturheit. Zu aufwendig, zu teuer, zu unsicher: Das sind Argumente, die Unternehmen gegen die Digitalisierung immer wieder vorbringen, wobei es sich dabei – so hart es auch klingen mag – tatsächlich vor allem um kleine und mittlere Unternehmen handelt. Selbstverständlich ist es nicht leicht, die notwendigen Schritte hin zur Digitalisierung aus eigener Kraft vorzunehmen. Die IT-Beratungsbranche hat sich in den letzten Jahren stark professionalisiert. Es gibt sogar eine ganze Reihe von Consulting-Firmen, die sich auf die Logistik-Branche spezialisiert haben. Viele dieser Firmen verfügen über die notwendige Software, um Simulationen aufzubauen und darzustellen, mit deren Hilfe die passende Lösung für den Kunden in weitaus kürzerer Zeit gefunden ist, als das noch vor ein paar Jahren der Fall war.

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