DSGVO behindert Digitalisierung der KMU

DSGVO-Vorschriften überfordern Österreichs Mittelstand / Unternehmen fehlen Kompetenzen

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt für Österreichs Mittelstand die größte Hürde bei der Nutzung der Digital-Technologie dar. Das hat eine Studie ergeben, welche die Unternehmensberatung „Arthur D. Little Austria“ in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern Wien und Niederösterreich sowie dem Institut für KMU-Management der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführt hat. Fünf von sechs (83 Prozent) der KMUs gaben an, mit den umfangreichen und unübersichtlichen Vorgaben der DSGVO überfordert zu sein und deshalb auf die Nutzung vieler Möglichkeiten, welche die Digital-Technologie bietet, aus Furcht vor rechtlichen Konsequenzen zu verzichten.

Aber auch ohne DSGVO würden Österreichs KMUs die Digital-Technologie nur bedingt einsetzen. Die Studie ergab nämlich, dass die Unternehmen bei der Digitalisierung einen enormen Aufholbedarf haben. Das zeigt der Digitalisierungs-Index, den Arthur D. Little entwickelt hat. Auf einer Skala von null bis 100 erreichten die KMUs einen durchschnittlichen Digitalisierungswert von gerade einmal 27. Über die Hälfte der Firmen kommt auf einen Wert von unter 30. Einen Wert von über 60 erreicht weniger als ein Prozent der Unternehmen.

Die Werte sind insofern überraschend, als dass die KMUs den Wert der Digitalisierung insgesamt hoch einschätzen. Die Unternehmen betonen vor allem die Möglichkeiten, Kosten zu sparen sowie neue Kunden zu gewinnen. Dass der Digitalisierungsgrad dennoch nicht weiter fortgeschritten ist, habe vor allem mit mangelnder Kompetenz zu tun, so die Autoren der Studie. Sie fordern daher die Politik auf, dem Mangel an IT-Fachkräften entgegenzutreten. Unter anderen müssten der Zugang zum Fach Informatik an Fachhochschulen und Universitäten erleichtert, mehr Ausbildungsplätze geschaffen und ein Informatik-Unterricht an Volkshochschulen eingeführt werden. Darüber hinaus müsse das Breitband-Internet flächendeckend ausgebaut werden.

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