Fachkräftemangel: KMUs können Stellen nicht besetzen

Unternehmen finden keine Fachkräfte mehr/ Politik will Asylbewerber zu Lehrlingen machen

Der Fachkräftemangel wird in Österreich zunehmend zum Problem, vor allem für KMUs. In einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) gaben 79 Prozent der mittelständischen Unternehmen an, Schwierigkeiten zu haben, geeignetes Personal zu rekrutieren. 14 Prozent sagten, sie hätten nur geringe Schwierigkeiten, und lediglich sieben Prozent vermeldeten überhaupt keine Probleme. Nicht besetzt werden können vor allem Stellen, die eine technische Ausbildung voraussetzen. So gibt es weder genug Ingenieure noch Facharbeiter noch Handwerker. Und die Probleme dürften in den nächsten Jahren noch zunehmen, angesichts des fehlenden Nachwuchses. Die Zahl der Jura- und Wirtschafts-Studenten ist Legion, die Ingenieurs-Studiengänge vermelden kontinuierlich sinkende Studentenzahlen. Noch schlimmer sieht es bei den Lehrberufen aus. Die jungen Leute drängt es zunehmend an die Universität oder in eine kaufmännische Ausbildung – Handwerker oder Facharbeiter wollen immer weniger werden.

Mittlerweile beklagt mehr als die Hälfte aller mitteständischen Betriebe Umsatzeinbußen, weil Aufträge wegen des Personalmangels nicht mehr erfüllt werden können. Selbst für Großunternehmen ist es mittlerweile schwierig, allen Bestellungen nachzukommen. So hat der Magna-Konzern eine gewaltige Job-Offensive gestartet, weil bis Ende 2018 3.000 neue Stellen besetzt werden müssen. Wenn selbst Magna Probleme hat, Mitarbeiter zu finden, wie sollen dann erst Mittelständler ihre freien Stellen besetzen?

Als möglicher Ausweg aus der Misere sind Ausnahmeregelungen für junge Asylbewerber vorgeschlagen worden. Mittlerweile gibt es mehrere Initiativen von Seiten der Politik unter dem Motto „Ausbildung statt Abschiebung“. Vorbild ist Deutschland. Dort haben Lehrlinge mit Flüchtlingsstatus für die Dauer ihrer Ausbildung das Bleiberecht. Wenn sie nach der Lehre eine Arbeit finden, dürfen sie dieser zwei Jahre lang nachgehen. Nach diesen zwei Jahren erhalten sie eine reguläre Aufenthaltserlaubnis. Allerdings wird auch diese Maßnahme das Problem des Fachkräftemangels höchstens lindern, nicht beheben können. Bleibt es beim derzeitigen Stand der Dinge, wird der Fachkräftemangel ein mögliches Wachstum in den nächsten Jahren erheblich erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen.    

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