Schweiz plant unterirdisches Logistik-System

Güter-Transport in Tunneln/ Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Franken

In solchen Loren sollen die Güter transportiert werden. (Foto: dpa)

In solchen Loren sollen die Güter transportiert werden. (Foto: dpa)

Ein Konsortium aus den unterschiedlichsten Unternehmen plant ein revolutionäres Logistik-System.

An dem Konsortium beteiligt sind unter anderem die Einzelhandelsketten Coop und Migros, der Logistiker SBB Cargo sowie die Schweizer Post. Sie wollen den Warenverkehr im Norden der Schweiz unter die Erde verlegen. Dort sollen Transport-Fahrzeuge Güter in Tunneln befördern. Dadurch sollen der Eisenbahn- und vor allem der Straßenverkehr entlastet werden. Östlichster Punkt auf der geplanten Hauptstrecke soll St. Gallen werden, westlichster Punkt Genf. Von Härkingen-Niederbipp soll eine Strecke nördlich nach Basel und südlich nach Luzern abgehen. Von Bern soll außerdem eine Strecke Richtung Süden bis nach Thun verlaufen.

Die Planungen für das Projekt begannen vor fünf Jahren. Die erste Phase soll bis 2019 andauern. Sie umfasst beziehungsweise umfasste die Entwicklung eines Geschäftsmodells, Machbarkeitsstudien sowie Gespräche mit den zuständigen Behörden. Die zweite Stufe soll bis 2024 gehen. Sie beinhaltet die für die Bauarbeiten notwendige Forschung, das Einholen aller notwendigen Genehmigungen sowie die Entwicklung der benötigten IT, unter anderem Blockchain und künstlich intelligente Systeme. Für Phase drei, die sich von 2025 bis 2029 erstrecken soll, ist der Bau des Streckenabschnitts von Zürich bis Härkingen-Niederbipp geplant. In der abschließenden vierten Phase von 2030 bis 2045 soll das übrige Streckennetz entstehen. Für das gesamte Projekt ist eine Investitionssumme von etwas über 30 Milliarden Schweizer Franken vorgesehen.

Das Projekt hat seinen Hintergrund in Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung und der Zunahme des Warenverkehrs. Die Einwohnerzahl der Schweiz soll in den nächsten 15 Jahren von derzeit 8,3 Millionen auf zehn Millionen steigen, wobei besonders der dicht besiedelte Norden betroffen sein soll. Bis 2040 sollen die Gütertransporte in der Schweiz um mehr als ein Drittel zunehmen. Die Zahl der versendeten Pakete soll bis 2021 um mehr als die Hälfte zunehmen.

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