Mittelstand sucht Nachfolger

Jedes sechste KMU in der Nordwestschweiz steht zum Verkauf/ „Nachfolgebus“ soll Hilfe bieten

Pralinen aus Schweizer Schokoladen-Manufakturen sind weltberühmt. Viele Schweizer Mittelständler haben allerdings Probleme, einen Nachfolger zu finden. (Foto: dpa)

Pralinen aus Schweizer Schokoladen-Manufakturen sind weltberühmt. Viele Schweizer Mittelständler haben allerdings Probleme, einen Nachfolger zu finden. (Foto: dpa)

Fast jedes sechste Unternehmen in der Nordwestschweiz steht derzeit zum Verkauf. Das hat eine Studie der Wirtschaftsinformationsdienstes „Bisnode“ ergeben. Das Problem: Viele Inhaber halten ihre Verkaufsabsichten geheim, aus Furcht, ein Bekanntwerden der Pläne könnte Angestellte und Kunden verunsichern. Dies führt dazu, dass potentielle Interessenten nichts über die Verkaufspläne erfahren.

Ein sogenannter „Nachfolgebus“ soll dieses Problem jetzt beheben. Mit dem Bus fahren Berater und Nachfolge-Experten von Stadt zu Stadt und bieten ihre Unterstützung an. Sie beraten sowohl die Inhaber dabei, wie sie ihre Suche nach dem geeigneten Nachfolger erfolgreich gestalten können, als auch die Interessenten, wie sie den für sie geeigneten Betrieb finden können. Gleichzeitig bringen sie Inhaber und Interessenten zu einem Erstgespräch zusammen. Die beiden können sich kennenlernen und sich gegenseitig über die jeweiligen Pläne, Vorhaben und Vorstellungen unterrichten. Dabei wird auf äußerste Diskretion geachtet. Bei Interesse wird ein weiteres Gespräch vereinbart. Die Teilnahme ist für alle Beteiligten kostenlos.

Die Nachfolger-Regelung ist eines der größten Herausforderungen, denen sich Schweizer KMU gegenübersehen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sind eine halbe Million Arbeitsplätze von der Thematik betroffen. Fast ein Drittel aller Unternehmen hört nach dem Ausscheiden des Inhabers auf, zu existieren, weil die Suche nach dem Nachfolger zu spät begonnen hat. Das führt zu einer spürbaren Vernichtung von Kapital, Arbeitsplätzen, Know-how und Steuereinnahmen.

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