Trotz guter Konjunktur: Zahl der Arbeitslosen hoch

Arbeitslosenquote beträgt 7,0 Prozent/ Anstieg der Zahl der Arbeitssuchenden

 Trotz des hohen Stellenwachstums beträgt die Arbeitslosigkeit in der Schweiz nach wie vor sieben Prozent. (Foto: dpa)

Trotz des hohen Stellenwachstums beträgt die Arbeitslosigkeit in der Schweiz nach wie vor sieben Prozent. (Foto: dpa)

Die Zahl der Arbeitslosen in Österreich geht trotz der guten Konjunktur – im bisherigen Verlauf des Jahres betrug das Wirtschaftswachstum drei Prozent – nur mäßig zurück. Ende August waren fast 345.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anteil von genau sieben Prozent.

Das ist eine hohe Quote, vor allem im Vergleich zum Jahr 2008. Das Jahr 2008 lässt sich mit 2018 insofern gut vergleichen, als dass damals ein ähnliches Wirtschaftswachstum zu verzeichnen war, wie es gegenwärtig der Fall ist. Die Arbeitslosenquote betrug 2008 im Jahresdurchschnitt jedoch nur 5,8 Prozent.

Der gegenwärtig hohe Stand der Arbeitslosigkeit im Vergleich mit 2008 mag überraschen, es liegt ihm jedoch eine eindeutige Entwicklung zugrunde. Nämlich der Umstand, dass das Angebot an Arbeitskräften seit 2008 deutlich gestiegen ist, und zwar stärker als die Zahl der verfügbaren Stellen. In absoluten Zahlen befinden sich heute 267.000 Menschen mehr in Beschäftigung als 2008. Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der potentiellen Arbeitskräfte jedoch um 416.000 erhöht. Sie teilen sich auf unterschiedliche Gruppen auf. So ist die Zahl der Frauen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, höher geworden. Das Gleiche gilt für Zahl der Älteren – sie können durch die geänderten Pensionsregelungen heute nicht mehr so früh in Rente gehen wie noch vor zehn Jahren. Darüber hinaus leben heute 286.000 Ausländer mehr in Österreich als noch 2008. Auch die Zahl der Grenzpendler hat sich erhöht – sie beträgt derzeit 58.000.

Neben der Zunahme an potentiellen Arbeitskräften gibt es noch andere Faktoren, die die Arbeitslosigkeit anschwellen lässt. So bedeutet die gestiegene Zahl von Arbeitssuchenden in höherem Alter, dass mehr Arbeitssuchende über gesundheitliche Einschränkungen verfügen. Außerdem geht die Zahl der offenen Stellen, für die nur geringe Qualifikationen notwendig sind, stark zurück. Dazu passt, dass die Hälfte der Arbeitslosen über nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss verfügt.

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