Verarbeitendes Gewerbe: Produktion rückläufig

Analysten sind überrascht/ Anzeichen von Konjunkturflaute

Die Produktion ist im August um 0,3 Prozent gegenüber dem Juli zurückgegangen. Das teilte das Statistische Bundesamt Anfang der Woche in Wiesbaden mit. Der Rückgang bedeutet, dass das verarbeitende Gewerbe im dritten Monat in Folge einen Rückgang seiner Geschäftstätigkeit hinnehmen musste. Bereits im Juli war die Produktion zurückgegangen, und zwar um 1,3 Prozent gegenüber dem Juni. Auch im Juni war ein Rückgang zu verzeichnen gewesen, und zwar 0,4 Prozent gegenüber dem Mai.

Analysten wurden von der Entwicklung im August überrascht. Sie hatten einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet, verschätzten sich also um insgesamt 0,6 Prozent, was als relativer hoher Wert gilt. Experten sehen im Rückgang der Produktion erste Anzeichen einer anhaltenden Konjunkturflaute. Die aktuellen Produktionsdaten und der jüngste Abwärtstrend bei den Auftragseingängen deuteten darauf hin, „dass die Schwäche der deutschen Wirtschaft wohl bis zum Jahresende anhalten wird“, sagte Commerzbank-Analyst Marco Wagner. Seiner Einschätzung nach werden die Produktionsdaten in den nächsten Monaten weiter durch die Folgen der Abgas-Affäre in der Autoindustrie belastet.

Auch Stefan Kipar von der BayernLB sagte, die Produktionsdaten stimmten „wenig optimistisch“. Er gehe davon aus, dass die Dynamik in der zweiten Jahreshälfte schwächer ausfallen werde als in der ersten. Andererseits seien die derzeitigen Produktionsdaten trotz der Rückgänge der vergangenen Monate immer noch als gut zu bezeichnen, darüber hinaus gebe es eine hohe Kapazitätsauslastung. Daher sei auch in der zweiten Jahreshälfte mit „soliden positiven Wachstumsraten“ im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen, auch wenn die Produktion im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozent zurückging.

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