Wien auf dem Weg zur Blockchain-Hauptstadt der Welt

In Wien entsteht das größte Blockchain-Kompetenzzentrum der Welt.

Wien soll Blockchain-Hauptstadt der Welt werden. Foto: dpa

Wien soll Blockchain-Hauptstadt der Welt werden. Foto: dpa

Österreich will Wien zum Blockchain-Mittelpunkt der Welt machen: Derzeit entsteht in der Hauptstadt das „Austrian Blockchain Center“ (ABC), das weltweit größte Kompetenz-Zentrum für die neue Technologie.

Das ABC, für das 26 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln bereitgestellt wurden, soll sich der Erforschung und Weiterentwicklung von Blockchain widmen. Rund hundert Unternehmen, Behörden, Universitäten und Fachhochschulen werden am ABC repräsentiert sein. Ihre Arbeit soll praxisrelevante und für die Wirtschaft nutzbringende Ergebnisse liefern, beispielsweise für den Einsatz von Blockchain in der Buchführung und im Handel, der unternehmensübergreifenden Verwaltung von Messdaten, der Interaktion von Mensch und Maschine sowie der Kommunikation zwischen Maschinen.

Insgesamt werden am ABC fünf verschiedene Abteilungen ihre Arbeit aufnehmen, darunter Blockchain-Anwendungen für die Wirtschaft, Blockchain in Industrie und Fertigung sowie Datenverschlüsselung und Sicherheit von Blockchain. Sie sollen unter anderem die Anwendung von Blockchain im Finanzbereich, der Logistik, der Energiewirtschaft und der Produktion (dabei vor allem in Bezug aufs „Internet der Dinge“) weiterentwickeln.

„Das Zentrum ist für Österreich eine große Chance, um auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet den Anschluss an die Hightech-Giganten in den USA und Asien nicht zu verlieren“, sagt der Leiter des ABC, Professor Alfred Taudes von der Wirtschaftsuniversität Wien (WU). Besonders die Entwicklung von Blockchain in Hinblick auf mittelständische, inhabergeführte Unternehmen, stehe im Fokus.

Experten bewerten die Einrichtung des Zentrums auch deshalb als wichtigen Schritt, weil Blockchain zwar große Chancen bietet, sich in der bisherigen Praxis jedoch als nur bedingt anwendbar erwiesen hat. So hat die „Behörde der Vereinigten Staaten für Internationale Entwicklung“ (USAID) kürzlich eine Studie veröffentlicht, in der bereits bestehende Blockchain-Anwendungen ein durchgehend schlechtes Zeugnis ausgestellt wird. Die USAID prüfte knapp 50 Blockchain-Programme und stellte bei allen fest, dass sie sowohl aufgrund mangelnder Datensicherheit als auch viel zu geringer Kostenersparnis bestehenden Technologien unterlegen sind.

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