Österreichs Industrie mit Schwäche-Zeichen

Die österreichische Industrie könnte in eine Schwäche-Phase eintreten.

In der österreichischen Industrie mehren sich die Anzeichen für eine Schwächeperiode. (Foto: dpa)

In der österreichischen Industrie mehren sich die Anzeichen für eine Schwächeperiode. (Foto: dpa)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Österreich kühlte sich die Industriekonjunktur im 3. Quartal ab. Mögliche Zuliefereffekte sind aber nicht eindeutig abzulesen, zumal der Warenexport insgesamt anhaltend robust expandierte. Die Dämpfung des privaten Konsums fiel in Österreich viel milder aus als in Deutschland, obwohl die Neuzulassungen von Pkw stärker reagierten. Gegenüber der WIFO-Schnellschätzung wurde das Wirtschaftswachstum in Österreich für das 3. Quartal um 0,1 Prozentpunkt auf 0,4 Prozent (+0,3 Prozent laut Eurostat-Berechnungsmethode) nach unten revidiert.

In der metallverarbeitenden Industrie einigten sich die Tarifpartner auf eine Gehaltserhöhung, die nahe an der für heuer prognostizierten Summe aus gesamtwirtschaftlichem Produktivitätszuwachs und Verbraucherpreisinflation liegt. Die Gehaltsverhandlungen erwiesen sich aber als schwierig, nicht zuletzt da sich der Produktivitätszuwachs in der Industrie heuer stärker beschleunigt als im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft. Andererseits ist für den Verbraucherpreisauftrieb nicht die Industrie bestimmend, sondern vor allem die Dienstleistungsbranchen. Somit erzielten beide Tarifparteien relative Verhandlungserfolge.

Die Preisentwicklung war in Österreich im Oktober wieder von steigenden Energiekosten geprägt; diese trugen gut +0,7 Prozentpunkte zur Inflationsrate von 2,2 Prozent bei. Der Höhepunkt der Energieverteuerung dürfte damit aber erreicht worden sein: Der Rohölpreis, der seit Mitte 2017 kontinuierlich gestiegen war, geht seit Anfang Oktober zurück und sank zuletzt unter 60 Dollar je Barrel, u. a. weil sich die Erwartungen einer drastischen Angebotsverknappung in Zusammenhang mit den Sanktionen gegenüber dem Iran nicht erfüllten.

Konjunkturbedingt verbesserte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt zuletzt weiter. Insgesamt war die Arbeitslosigkeit im November zwar etwas höher als im Oktober, saisonbereinigt ergab sich aber ein Rückgang; die Arbeitslosenquote betrug 7,6 Prozent. Sowohl das Stellenangebot als auch die Beschäftigung expandierten anhaltend.

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