Recycling von Elektroauto-Batterien wird zum Problem

Viele Einzelteile/ Aufwendiges Verfahren

Das Recyceln von Elektroauto-Batterien ist zeit- und arbeitsintensiv. Foto: dpa

Das Recyceln von Elektroauto-Batterien ist zeit- und arbeitsintensiv. Foto: dpa

Mindestens 50 Prozent des Materials, aus dem Batterien von Elektroautos bestehen, müssen recycelt werden. So lautet eine Vorschrift der EU. Doch eine Lithium-Ionen-Batteriezelle besteht aus bis zu 100 Einzelteilen auf engstem Raum. Dadurch ist das Recycling von ausgedienten Batterien ein teurer Prozess.

„Da drin stecken zwei Elektroden. Das sind dünne Folien. Eine besteht aus Aluminium, eine aus Kupfer. Die sind umeinander gewickelt“, sagt Urs Peuker, Professor für Aufbereitungstechnik an der „Bergakademie Freiberg“.

Die beiden Folien sind mit Aktivmaterial beschichtet. Bei der Aluminiumfolie kann das Material aus Nickel, Kobalt oder Mangan bestehen. Die Kupferfolie hingegen ist mit einem speziellen Graphit beschichtet.

„Jetzt haben wir schon mal vier Materialien. Dann kippen wir noch ein Lösungsmittel rein, das mit verschiedenen Chemikalien gemischt ist, die die elektrische Leistungsfähigkeit der Batterie verstärken“, so Peuker. Das Lösungsmittel erschwert das Recyclen zusätzlich.

Hinzu kommt das Problem, dass Hunderte verschiedene Arten von Batterien auf dem Markt sind. Daher muss man zum Recycling umfangreiche Fragebogen ausfüllen: Hersteller, Batterietyp, Baujahr, die Anzahl an Ladezyklen. Und so weiter.

Weil es so viele verschiedene Batterie-Modelle gibt, müssen die Batterien heute noch von Hand zerlegt werden – eine Maschine für jedes einzelne Modell zu bauen, wäre zu teuer. Frank Treffer von der Firma „Umicore“, die Elektro-Batterien recycelt: „Keine Batterie gleicht der anderen. Und die einzige flexible Weise, diese Batterien zu demontieren, ist eben die händische Demontage. Eine Automatisierung ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn ein einzelner Batterietyp in einer höheren Stückzahl auf dem Markt ist.“ Das Zerlegen jeder einzelnen Batterie dauert eine Stunde – dementsprechend hoch fallen die Kosten aus.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.