Auftrags-Einbruch für deutsche Industrie

Stärkster Rückgang seit sechs Jahren/ Einkaufsmanager-Index fällt

Die Geschäfte der deutschen Industrie sind im Januar erstmals seit mehr als vier Jahren wieder geschrumpft. Der Wert des Einkaufsmanager-Indexes fiel um 1,6 Punkte von 51,5 auf 49,9. Der Index liegt damit erstmals seit mehr als vier Jahren (November 2014) unter der wichtigen Marke von 50 Punkten – 50 Punkte und besser signalisiert Wachstum, ein Abfall unter die 50-Punkte-Marke gilt als Anzeichen für eine Rezession. Ökonomen hatten lediglich einen geringen Rückgang um 0,2 Punkte auf 51,3 Zähler erwartet.

Dass der Rückgang so deutlich ausfiel, lag vor allem an den sinkenden Aufträgen: Sie gaben so stark nach wie seit über sechs Jahren nicht mehr, wie der Wirtschafts-Informationsdienst „IHS Markit“ im Zuge der Veröffentlichung einer Umfrage unter mehreren Hundert Unternehmen mitteilte. „Die Krise im Automobilsektor und die nachlassende Nachfrage aus China gaben dafür nach einhelliger Meinung eines Großteils der Befragten den Ausschlag“, sagte Markit-Analyste Phil Smith.

Besser als die Industrie-Unternehmen schlugen sich zum Jahresauftakt die Dienstleister. Deren Barometer kletterte um überraschend deutliche 1,3 Punkte auf 53,1 Zähler. Fasst man den gemeinsamen Einkaufsmanager-Index für Industrie und Dienstleister zusammen, legte der Index um 0,5 Punkte auf 52,1 Zähler zu. Das heißt, dass ein Gesamt-Wachstum zu verzeichnen ist. Allerdings eines, das zu den „schwächsten seit vier Jahren“ zählt, wie Smith ausführt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat gerade erst seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft fürs Jahr 2019 auf 1,3 Prozent gesenkt. Ursprünglich war der IWF von einem Wachstum in Höhe von 1,9 Prozent ausgegangen. „Produktionsschwierigkeiten in der Autoindustrie und eine geringere externe Nachfrage belasten das Wachstum 2019″, hieß es zur Begründung.

Pessimistisch sind die IWF-Ökonomen allerdings nicht nur in Bezug auf die deutsche Wirtschaft: Die gesamte Weltwirtschaft steuert laut ihren Analysen auf einen „überraschend schnellen“ Abschwung zu.

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