Versicherungen reduzieren Deckungssummen bei Cyber-Angriffen

Immer höhere Schäden/ Steigende Nachfrage nach Versicherungen

Die große Zahl der Hackerangriffe hat offensichtlich erste Auswirkungen auf das junge Geschäft mit der Cyber-Versicherung: Wegen steigender Schadenszahlen reduzieren die Versicherer ihre Deckungssummen, schreiben die Fachleute des großen internationalen Versicherungsmaklers „AON“ in ihrer Marktprognose für 2019. In die Alltagssprache übersetzt: Unternehmen, die eine Cyberpolice abschließen, müssen im Falle eines Falles damit rechnen, für den gleichen Preis einen geringeren Teil des Schadens von ihrem Versicherer ersetzt zu bekommen.

„Die Angst vor hohen Versicherungsschäden ist groß“, heißt es in dem Papier. Unternehmen müssten damit rechnen, dass die Versicherungsbranche in anderen Sparten Leistungen streicht, die die Cyber-Versicherung berühren. Gleichzeitig rechnet AON mit steigender Nachfrage nach Cyber-Versicherungen in diesem Jahr. Das liegt nach Einschätzung des Unternehmens nicht nur an der Internetkriminalität, sondern auch an der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Verordnung sieht hohe Geldbußen vor, wenn Unternehmen grundlegend gegen ihre Datenschutzpflichten verstoßen. Darunter kann auch ein Hackerangriff fallen, wenn das attackierte Unternehmen vorab keine ausreichenden Schutzmaßnahmen ergriffen hat.

AON ist einer der größten internationalen Versicherungsmakler, Hauptsitz des Unternehmens ist London, die deutsche Zentrale ist in Hamburg. Auch die Allianz hatte kürzlich in ihrem jährlich erscheinenden „Risikobarometer“ von steigenden Schäden gesprochen: Der durchschnittliche in Deutschland gemeldete Cyber-Schaden beträgt laut Europas größtem Versicherer etwa zwei Millionen Euro und hat die übliche Schadenshöhe bei Brand oder Explosionen bereits überschritten.

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