Korruption in Deutschland nimmt zu

Studie zeichnet unschönes Bild/ Vor allem Großkonzerne betroffen

Deutschland ist korrupter geworden. Das ist das Ergebnis des jährlich herausgegebenen „Korruptionswahrnehmungs-Indexes“ (CPI) der international renommierten Anti-Korruptions-Organisation „Transparency International“ (Berlin). Auf einer Skala von null (hohes Maß an Korruption) bis 100 (keine Korruption) kommt die Bundesrepublik auf einen Wert von 80 (letztes Jahr: 81) und belegt damit den elften Rang unter 180 Staaten.

Besser als Deutschland platziert sind (in dieser Reihenfolge): Dänemark, Neuseeland, Finnland, Singapur, Schweden, Schweiz, Norwegen, Niederlande, Kanada und Luxemburg. Ganz unten im Ranking finden sich vor allem afrikanische Staaten sowie Länder aus dem islamischen Raum. Überraschend schlecht platziert sind die USA mit Platz 22 – von den westeuropäischen Nationen schneiden lediglich Portugal (30.), Spanien (41.), Italien (53.) und Griechenland (67.) schlechter ab. Womit Italien und Griechenland schlechter platziert sind als Staaten wie Ruanda, Namibia und die Kap Verden. Was weitere bedeutende Staaten anbelangt: Großbritannien nimmt den 12ten, Frankreich den 21ten, die Türkei den 78ten, China den 87ten und Russland den 128ten Rang ein.

Was die Punkteverteilung angeht: Der Erste, Dänemark, kommt auf 88 aus 100 möglichen Zählern, der Letzte, Somalia, auf 10. Mehr als zwei Drittel aller Staaten erreicht nicht die Marke von 50 Punkten (darunter Griechenland mit 45 Zählern). Der Durchschnitt liegt bei 43 Punkten.

Führungskräfte aus der Wirtschaft sehen die Korruption laut des Indexes in Deutschland stark im Steigen begriffen. Die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Prof. Edda Müller, sagt dazu: „Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird von der Wirtschaft selbst kritisch bewertet. Offensichtlich existiert hier der Eindruck, dass man mit unlauteren Methoden auch hier in Deutschland Geschäfte fördern kann. Das ist alarmierend. Die Skandale der deutschen Großkonzerne der letzten Jahre müssen Konsequenzen haben, sonst bröckelt der Glaube der Menschen an den Rechtsstaat. Die strafrechtliche Sanktionierung von Unternehmen ist bereits im Koalitionsvertrag vorgesehen, dieser muss nun zügig umgesetzt werden – nicht zuletzt im Interesse der sauberen Wirtschaft selbst.“  

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