Deutscher Mittelstand leidet unter Produktpiraterie

Milliarden-Schäden/ Chinesen besonders dreist

Auf der Konsumgüter-Messe „Ambiente“ in Frankfurt erhielten auch dieses Jahr wieder die eklatantesten Produkt-Fälschungen den traditionellen „Plagiarius-Award“. Wie in den Jahren zuvor, wurden auch diesmal wieder besonders viele Fälscher aus China ausgezeichnet.

„Unser Ziel ist es, die unlauteren Geschäftspraktiken sowohl von Markenfälschern als auch von Plagiatoren, die geistiges Eigentum Anderer klauen und als eigene kreative Leistung ausgeben, ins öffentliche Licht zu rücken“, beschreibt der Verein „Aktion Plagiarius“ seine Tätigkeit. Und weiter: „Darüber hinaus leisten wir seit Jahrzehnten mit unseren Aktivitäten einen maßgeblichen Beitrag, um sowohl Industrie als auch Politik und Verbraucher praxisnah für das Problem der Produkt- und Markenpiraterie zu sensibilisieren.“

Unter den von „Aktion Plagiarius“ ausgezeichneten Fälschungen befinden sich – auch wenn die Auszeichnungen auf einer Konsumgüter-Messe vergeben wurden – durchaus nicht nur Konsumgüter. So erhielt den ersten Preis die Nachahmung des „Schrägsitz-Ventils Typ 2000“ der Bürkert Werke aus Ingelfingen (bei Heilbronn). Der chinesische Plagiator hatte eine eins-zu-eins-Kopie des Ventils einschließlich aller typischen Design-Merkmale hergestellt. Den dritten Platz belegte der nachgebaute „Busch-Präsenzmelder“ der Busch-Jaeger Elektro GmbH (Lüdenscheid/ Plagiator ebenfalls aus China), die Sonderauszeichnung „Hyänen-Preis“ erhielt der nachgebaute Bewegungsmelder „IS 1“ der Steinel GmbH (Herzebrock-Clarholz bei Gütersloh/ Plagiator aus China), der mittlerweile in Deutschland sowie elf anderen europäischen Ländern vertrieben wird.

Plagiate sind für fast alle Branchen ein Problem. So sind beispielsweise 71 Prozent der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer laut der „Produktpiraterie-Studie 2018“ des VDMA betroffen, wobei China mit weitem Abstand die meisten Fälscher-Firmen stellt. Die Schadenshöhe beträgt 7,3 Milliarden Euro – das entspricht fast 33.000 Arbeitsplätzen. „Neben Umsatzverlust und Verlust von Arbeitsplätzen sind in den betroffenen Unternehmen darüber hinaus monetär schwer zu bewertende Folgen festzustellen, zum Beispiel Imageverlust, Verlust des Marktvorsprungs oder ungerechtfertigte Regressanforderungen“, erläutert Steffen Zimmermann, Leiter des Bereichs „Industrial Security“ beim VDMA.

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