Mittelstand gegen Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank

Probleme würden bleiben/ Weniger Wettbewerb

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im deutschen Mittelstand stößt eine mögliche Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank auf wenig Gegenliebe. „Mehr Wettbewerb ist grundsätzlich zu begrüßen“, sagte der Verbandspräsident der Familienunternehmer, Reinhold von Eben-Worlée. „Von daher sehen wir keinen Grund, warum die beiden Banken fusionieren sollten.“

Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt der Präsident des „Bundesverbands mittelständische Wirtschaft“, Mario Ohoven. „Immer mehr deutsche Mittelständler engagieren sich auf ausländischen Märkten“, betonte er. Für sie sei ein leistungsfähiges und wirtschaftlich gesundes deutsches Bankhaus mit weltweiten Aktivitäten erster Ansprechpartner. „Wenn sich jedoch zwei angeschlagene Bankhäuser zusammentun, ist das keine Garantie dafür, dass ein wirtschaftlich schlagkräftiges Institut entsteht. Oder um es salopp zu formulieren: Durch den Zusammenschluss von zwei Fußlahmen entsteht kein europäischer Champion.“

Die Exportwirtschaft brauche große Banken, sagten die Familienunternehmer. „Die Ansprechpartner dort müssen das Geschäftsmodell der mittelständischen Kunden verstehen und entsprechend internationale Erfahrung haben, um nicht bei der ersten Krise gleich panisch die Kreditlinie zu kürzen“, betonte Verbandschef Eben-Worlée. „Das aber ist bei beiden Instituten gegeben.“

Seit Monaten reißen die Gerüchte über eine Fusion der Deutschen Bank und der Commerzbank nicht ab. Finanzminister Olaf Scholz hat mehrfach die Bedeutung einer starken deutschen Großbank betont und kritisiert, dass es in den vergangenen Jahren in Deutschland keine Industriepolitik in der Finanzbranche gegeben habe.

Auch die auf Mittelstandsbeteiligungen und -finanzierungen spezialisierte „Blue Cap AG“ kann einer Fusion wenig abgewinnen. „Momentan spricht für ein Zusammengehen von Commerzbank und Deutscher Bank lediglich, dass beide Banken die gleichen Probleme haben: Die Kosten für Personal und Regulatorik sind zu hoch und dass bei auf Dauer niedrigen Zinsmargen“, sagte Vorstand Hannspeter Schubert. „Diese Herausforderungen bleiben auch bei einem Zusammengehen, nichts wird dadurch für den Kunden besser.“ Er sei daher klar gegen einen Zusammenschluss.

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