Deutsche Maschinenbauer steigern ihre Exporte kräftig

Hohes Milliarden-Plus/ Gedämpfter Optimismus für 2019

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer haben ihre Exporte 2018 deutlich gesteigert. Das geht aus einer Analyse des Branchenverbands VDMA hervor. Insgesamt haben die Unternehmen Maschinen und Anlagen im Wert von 177,8 Milliarden Euro ausgeführt. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Jahr 2017 von 5,2 Prozent, in absoluten Zahlen 8,8 Milliarden Euro.

Die mit weitem Abstand größte Abnehmer-Region ist weiterhin Europa mit 101,6 Milliarden Euro (57,1 Prozent der Gesamtausfuhren). Mit 83,9 Milliarden Euro (47,2 Prozent der Gesamtausfuhren) entfällt der Löwenanteil dabei auf die EU-Länder. Dazu sagt der Konjunktur-Experte des VDMA, Olaf Wortmann: „Es ist erfreulich, dass die Lieferungen in die EU-Partnerländer um 6,6 Prozent und damit überdurchschnittlich stark zulegen konnten.“ Die Ausfuhren nach Großbritannien erhöhten sich auf 7,68 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 5,1 Prozent entspricht. Das ist zwar weniger als der EU-Durchschnitt von – wie gesagt – 6,6 Prozent, bedeutet jedoch angesichts der Unsicherheit, die wegen der ungeklärten Brexit-Lage im Vereinigten Königreich herrscht, ein überraschend positives Ergebnis. Wobei allerdings auch laut Wortmann Vorzieheffekte eine große Rolle gespielt haben dürften: „Die britischen Unternehmen haben ihre Lager aufgestockt oder Bestellungen vorgezogen.“  

Die europäischen Nicht-EU-Staaten schlagen mit 17,6 Milliarden Euro (9,9 Prozent) zu Buche. Wortmann streicht die immer „stärkere Bedeutung Ost- und Mitteleuropas“ heraus. Im Ranking der Abnehmer-Länder rückte Polen mit einem Zuwachs von 17 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro auf Platz sieben vor, während Tschechien mit 5,47 Milliarden Euro jetzt vor Russland (5,45 Milliarden Euro/ Rang zehn) auf Position neun liegt.

Das größte Absatzland sind nach wie vor die USA mit 19,25 Milliarden Euro (plus 7,1 Prozent), was an einem Anteil von 10,8 Prozent an den Gesamtausfuhren entspricht. Mit 19,06 Milliarden Euro (plus 9,6 Prozent/ 10,7 Prozent Gesamtausfuhren-Anteil) liegt China auf Rang zwei mit deutlichem Vorsprung vor Frankreich (11,55 Milliarden Euro) und Italien (8,34 Milliarden Euro). Wortmann: „Bei den Lieferungen in die USA profitieren die Maschinenbauer neben der guten Konjunktur in den Vereinigten Staaten auch von der dortigen Unternehmenssteuer-Reform und den deutlich verbesserten Abschreibungs-Bedingungen. In China wiederum sorgte das Programm ´Made in China 2025´ abermals für eine rege Nachfrage.“

Rückläufig entwickelte sich die Nachfrage nur in ganz wenigen Ländern. An erster Stelle steht die Türkei mit einem Minus von 10,5 Prozent, gefolgt von Mexiko mit einer Abnahme von 9,9 Prozent. Das sind die beiden einzigen Staaten, bei denen ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war. An dritter Stelle steht Süd-Korea mit einem Minus von 1,3 Prozent, an vierter Belgien mit minus 0,7 Prozent.

Insgesamt zieht die Branche ein überaus positives Fazit des abgelaufenen Jahres. „Wir blicken auf ein sehr erfreuliches Handelsjahr 2018 zurück“, so Wortmann. Und weiter: „Das Wachstum der Exporte zeigt, dass unsere mittelständische Industrie mit ihren High-Tech-Produkten auch in schwierigen Zeiten sehr gefragt ist, weil Kunden aus aller Welt diese Maschinen und Anlagen benötigen.“

Was das Jahr 2019 angeht, ist die Branche trotz der sich abkühlenden Welt-Konjunktur verhalten optimistisch. Zwar sei davon auszugehen, dass die Wachstumsraten geringer ausfallen werden als 2018, so Wortmann im Gespräch mit den Deutschen Mittelstands Nachrichten. Aber ein Wachstum werde es geben – trotz aller weltwirtschaftlichen Herausforderungen: „Wir rechnen mit 2,0 Prozent, und zwar preisbereinigt.“ Der Auftragsbestand sei hoch, mindestens bis Mitte 2019 würden die Produktions-Anlagen der Unternehmen noch komplett ausgelastet sein: „Im November 2018 betrug der Auftragsbestand 8,5 Monate.“

Die größten ausländischen Abnehmer deutscher Maschinen- und Anlagen (Angaben in Milliarden Euro):

  1. USA: 19,2
  2. China: 19,1
  3. Frankreich: 11,6
  4. Italien: 8,3
  5. Großbritannien: 7,7
  6. Niederlande: 7,4
  7. Polen: 7,2
  8. Österreich: 7,0
  9. Tschechien: 5,5
  10. Russland: 5,5

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